26.12.2025:
"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen ..."
Nach diesem oft zitierten Motto müssen wir allerdings festhalten, dass es, was unsere Anreise nach Rotenburg mit der Deutschen Bahn betrifft, rein gar nichts Außergewöhnliches zu berichten gibt. Ja, wir können sogar verwundert feststellen, dass alles völlig planmäßig und geräuschlos funktionierte und das, obwohl wir zweimal umsteigen mussten, bis wir in dem 23.000 Einwohner zählenden Städtchen namens Rotenburg an der Wümme, das sich in unmittelbarer Nähe zu Bremen befindet, ankamen. Am aufregendsten und beschwerlichsten war allenfalls das Erreichen der Jugendherberge, in der die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der U20-Liga abgehalten wird. Denn die Spielstätte liegt ca. 3 km Luftlinie vom Bahnhof entfernt und wird an Feiertagen wie dem heutigen von keinem öffentlichen Verkehrsmittel angesteuert. Das einzige, was zur Erleichterung diente, war ein Pendelverkehr für unser Gepäck, der von der Jugendherberge angeboten wurde. Nachdem somit unser gesamter Ballast sowie der kränkelnde Arne - denn ein "Gepäckaufpasser" pro Mannschaft war als Mitfahrer erlaubt - aufgeladen war, machte sich der Rest der Schachenthusiasten per pedes auf den Weg zum Ziel. Dieser führte ein gutes Stück über Auenlandschaften, durch bewaldetes und unbeleuchtetes Gebiet, so dass wir einmal den Weg übersahen und ein Stück mitten durch den Wald brechen mussten.
Nach gut 30 Min. am Ziel angekommen, erfolgte die Anmeldung in flottem Tempo wie übrigens auch der Zimmerbezug: Wir hatten zwei Viererzimmer für die Jungs (Zimmer 1: Coco, Hugo, Sany und Stepan - Zimmer 2: Alexander, Arne, Jonas und Thomas), und Lisa teilte sich ihr Domizil mit zwei Spielerinnen von anderen Vereinen.
Das Abendessen konnte unsere vom langen Marsch in schneidiger Kälte gekühlten Akkus - wir hatten leichten Frost - wieder auf Wohlfühltemperatur bringen.
Abends konnten sich unsere Spieler noch rasch auf den Gegner des ersten Spieltages vorbereiten: Es wurde uns die Mannschaft des SK Tarrasch (München) zugelost.
27.12.2025:
Runde 1: Schachklub Tarrasch 1945 München - Startrangliste 14 von 16
Da wir mit sieben Spielern anreisten, mussten wir min. 30 Min. vor jedem Rundenbeginn dem Schiedsgericht mitteilen, wer an Brett 6 spielen werde. Jonas und Sany einigten sich darauf, immer tageweise im Wechsel zu spielen, wobei sie jeweils bei der Vormittags- und Nachmittagspartie rochierten. Am heutigen Tag machte somit Jonas den Anfang, und Sany übernahm die zweite Runde.
Los ging's also mit der bayerischen Konkurrenz aus München: Recht schnell zu Ende war Brett 2: Stepan an Brett 2 hatte aufgrund eines eklatanten Fehlers seines Gegners keine Mühe, die fendliche Armee in die Knie zu zwingen; kurze Zeit später fiel auch bei Cocos Gegenüber an Brett 4 die Festung in sich zusammen, so dass bereits zwei Punkte sicher im Sack waren. An Brett 6 mit Jonas als Heerführer stellte sich ein Remis ein, so dass als Zwischenergebnis ein solides 2,5 zu 0,5 zu Buche stand.
Leider wurde es anschließend doch noch etwas brenzlig, da Brett 2 (Hugo, zunächst in aussichtsreicher Stellung) und 1 (Lisa) ihre Spiele letztendlich abgeben mussten: Auf einmal war der Vorsprung aufgezehrt (2,5 : 2,5), und alles hing vom Ausgang des letzten aktiven Brettes, Nr. 5 (Arne), ab. Dessen Partie sah längere Zeit sehr ausgeglichen aus, wobei seine beiden Läufer einem ungleichen Leichtfigurenpaar der Gegnerin gegenüberstanden. Irgendwann gelang ihm jedoch der Durchbruch, und nach über 5(!) Stunden konnte Arne endlich noch schnell eine wohlverdiente Mahlzeit in der Kantine zu sich nehmen, bevor sie um 14 Uhr die Pforte schloss.
Runde 2: Schachklub Münster - Startrangliste 7 von 16
Ein zumindest auf dem Papier etwas giftigerer Gegner saß in Form der Belegschaft aus dem nordrhein-westfälischen Münster an den Brettern. Und es zeigte sich, dass die Waage lange Zeit im Gleichgewicht blieb. Bereits nach 20 Min. klopfte es an unserer Zimmertüre, und herein trat Stepan, der in knappen Worten mitteilte, dass seine Partie zwangsläufig auf Remis hinausgelaufen sei; er wählte nämlich als Eröffnung eine verschärfte und forcierte Grünfeld-Variante; letztendlich ließ er seine Dame einfangen, so dass der Gegner sie unter Dauerschach stellen konnte, was nach dreimaliger Stellungswiederholung zum Remis (0,5:0,5) führte.
Etwas länger, jedoch mit ähnlichem Resultat zeigten sich die übrigen Ergebnisse von Runde 2: Vier weitere Spieler schienen sich an Stepans zeitlichem Parforceritt zu orientieren und genehmigten sich am Ende ihrers Spiels lediglich einen halben Punkt, so dass es letzten Endes von Sany an Brett 6 abhing, der Versuchung, ins gleiche Horn zu stoßen, zu widerstehen. Vorsichtig optimistisch konnten wir beim Blick auf das Spielareal bereits sein, da er einen leichten Vorteil herausarbeiten konnte - und in der Tat: diesmal war er das Zünglein an der Waage und ließ sie auf unsere Seite hinabsinken: Glückwunsch, Sany! Wir gingen als Sieger mit 3,5 : 2,5 Punkten vom Platz.
Nach dem Abendessen machten die Jungs noch einen Abstecher zu Lidl, wo sie ein paar jugendlich-typische "gesunde" Nahrungsmittel (Chips, Energy Drinks) einsackten, um wieder ausreichend Energie zu tanken.
Denn der nächste Tag sollte es in sich haben: Die Auslosung wies uns einen der Titelanwärter zu, nämlich die Schachteufel aus Hamburg.
28.12.2025:
Runde 3: Hamburger Schachklub - Startrangliste 2 von 16
Also gut: der erste Hammer stand auf dem Programm. Auch in diesem Fall war die Partievorbereitung eher Sache der einzelnen Spieler, so dass von einer grundsoliden Präparation auf den Gegner nicht gesprochen werden konnte. Alexander war natürlich stets für eventuelle Fragen bereit und gab demjenigen, der etwas wissen wollte, bereitwillig Auskunft.
8:30 Uhr: Ring frei zu Runde 3 - während bei unserem Team die Köpfe zu qualmen begannen, drehten Alexander und Thomas zu Fuß eine runde durch das winterlich kalte Rotenburg. Nach den ersten Zügen stand unsere Gruppe bereits leicht schlechter, wobei nur bei Coco der Engine-Balken stets zu seinen Gunsten ausschlug. Als wir gegen 11 Uhr im Zimmer ankamen, saß bereits Stepan vor seinem Notebook und gab verschmitzt zu erkennen, dass er gewonnen habe (1:0). Nach einer weiteren halben Stunde meldeten die Bretter von Coco und Hugo ein Ergebnis: Coco hat sein Spiel durchgezogen und verließ als Sieger den Spielsaal (2:0), wohingegen Hugo leider eine Niederlage einstecken musste (2:1).
Beim bangen Blick auf die Engine-Balken griff ein leises Hoffen um sich, dass es am Ende tatsächlich zu unseren Gunsten ausgehen könnte. Untermauert wurde diese Hoffnung, als kurze Zeit später Sanygutgelaunt zur Türe hereinkam und verkündete, dass er gewonnen habe (3:1). Als klar war, dass im schlechtesten Falle ein Mannschaftsremis herauskäme, war die Stimmung bereits leicht euphorisch. Als schließlich auch noch Arne seine Partie zu einem guten Ende brachte (4:1), tobte das Zimmer. Dass Lisa sich mit einem Remis zufriedengeben musste, tat der Ausgelassenheit natürlich keinerlei Abbruch - ganz im Gegenteil: Dass wir diesen starken Gegner so mächtig unter Kontrolle bringen konnten, übertraf unsere kühnsten Vorstellungen. So stand am Ende fast ein Kantersieg ins Haus: Hamburg wurde mit 4,5 : 1,5 in seine Schranken gewiesen.
Runde 4: SG Porz - Startrangliste 1 von 16
Wenn man so furios auftrumpft wie wir, so dass wir die Spitzenposition der Tabelle erklommen haben, ...
... nimmt es nicht wunder, dass irgendwann der "Angstgegner" ins Haus steht: SG Porz! Dieser überstrahlt alleine mit seiner bloßen Anzahl an bärenstarken Spielern das gesamte Tabellenfeld:
Egal, es hieß, Zähne zusammenbeißen und das Beste geben! Aus diesem Grund hat sich das erfahrene Trainerteam (Alexander und Hermann) nach kurzer Abstimmung dafür entschieden, Brett 6 mit Sany zu belegen, da dieser bei seinen beiden letzten Einsätzen siegreich war. Kurz vor Rundenbeginn durchzogen leichte Bedenken unsere Mannschaft, die sich in verhaltenen Unmutsäußerungen, die Spielbereitschaft betreffend, manifestierten. Oder schlicht in einem Satz zusammengefasst: "Muss das jetzt wirklich sein? Eigentlich habe ich gar keine Lust ...!" Nichtsdestotrotz saßen unsere Jungs (und Lisa) natürlich pünktlich am Brett und waren bei Rundenbeginn, zumindest was ein Außenstehender feststellen konnte, bereit und willens, um 15 Uhr die spielstarke Auswahl von SG Porz zu empfangen.
Alexander und ich unternahmen während dieses vorgezogenen Entscheidungskampfes einen ausgedehnten Spaziergang in die knapp 3 km entfernte Rotenburger Altstadt, wo wir uns in einem Café bei Cappuccino und Kaffee sowie guter Gespräche wieder aufwärmen konnten. Immer wieder ließ es sich Alexander nicht nehmen, die Live-Bretter zu verfolgen und die Partien zu kommentieren. Seiner Aussage zufolge stand unsere Mannschaft leicht im Vorteil.
Als wir um 18 Uhr, froh, der Kälte entronnen zu sein, in der Jugendherberge ankamen, war bereits Stepan auf seinem Zimmer und freute sich über seinen Sieg (1:0). Kurze Zeit später erschien Coco und meldete uns sein Unentschieden (1,5 : 0,5). Beim Blick auf Livebrett 6 war leider davon auszugehen, dass Sany seine Erfolgsgeschichte nicht wird fortsetzen können, was sich kurze Zeit später auch bewahrheitete (1,5 : 1,5). Somit hing es noch an Lisa, Hugo und Arne, das Pendel auf unsere Seite schwingen zu lassen. Lange Zeit sah es gut aus, Arne hatte sogar einen so großen Vorteil eingefahren, dass die Engine Matt in 7 Zügen anzeigte. Doch je weiter der Abend fortschreitete, desto mehr schrumpfte dieser gravierende Vorteil in sich zusammen, so dass er am Ende mit einem Remis (2:2) den Platz verlassen musste. Ebenso schicksalshaft erwies sich Lisas Spiel: Mit einem soliden Vorteil auf dem Brett führte eine dreifache Stellungswiederholung, die ihr Gegner reklamierte, zum sofortigen Remis (2,5 : 2,5). Somit hing alles am Wohl und Wehe von Hugos Partie. Lange Zeit schienen die Parteien einen gleichwertigen Stellungskampf zu führen, mit leichtem Vorteil für den Kontrahenten. Wir mussten uns gedanklich bereits mit einem Unentschieden zufriedengeben. Kurz vor 21(!) Uhr, nach beinahe sechs(!) anstrengenden und kräfteverschleißenden Stunden stand das Ergebnis fest, das uns alle verständlicherweise ernüchterte: Hugo konnte das Untentschieden nicht halten. Somit mussten wir uns nach gutem und aussichtsreichem Spiel letztendlich SG Porz mit 2,5 : 3,5 geschlagen geben. Natürlich war es dennoch eine solide Leistung unserer Truppe, die dem Platzhirsch Zweieinhalb Punkte abtrotzen konnte.
Verständlich, dass die Gesichter an diesem Abend ziemlich lang waren und keinerlei Feierlaune aufkam.
29.12.2025:
Runde 4: Barnimer Schachfreunde - Startrangliste 9 von 16
Lodern vor Ehrgeiz und ausufernde Vorfreude sehen anders aus: Mehr aus dem Bett gequält als geschält und ohne ein solides Frühstück erreichten Stepan und Hugo beinahe erst punktgenau um 8:30 Uhr ihr Brett. In der Hoffnung, dass die an den Platz gelegte Motivationsbanane für unser Team einen kleinen Energieschub liefern möge, startete die Runde gegen die Schachfreunde aus Barnim.
Als erster war mal wieder einer unserer Zerstörer fertig: Coco führte seine Armee wie üblich, könnte man beinahe sagen, zum Sieg (1:0). Kurze Zeit später erschien Arne und erhöhte das Punktekonto um einen halben Punkt (1,5:0,5). Als nächstes erschien der nächste "Wellenbrecher" in Gestalt von Stepan in unserem Zimmer und verkündete frohen Mutes seinen Sieg (2,5:0,5).
An den restlichen Brettern war lange Zeit nicht zu erkennen, welcher König am Ende wohl mit heiler Haut davonkommen würde. Trotz leichterem Minus während des Partieverlaufs konnte Lisa letztendlich ein Remis herausschlagen (3:1). Hugo und vor allem Jonas ließen noch einige Zeit verstreichen, ehe ersterer sich mit einem satten Unentschieden von seinem Gegner trennte (3,5:1,5). Jonas mühte sich noch länger, musste sich jedoch nach gut viereinhalb Stunden geschlagen geben, da der Gegner seine vorteilhafte Stellung sauber durchgezogen hatte (3,5:2,5).
Nichtsdestotrotz sprang ein Mannschaftssieg heraus, der uns wieder weit oben in der Tabelle einsortierte:
Unsere schärfsten Konkurrenten, Hamburg und Porz, trennten sich interessanterweise in dieser Runde mit einem Mannschaftsremis (3:3). Das kam uns gelegen, da die beiden somit nur einen halben Mannschaftspunkt einfuhren, ob es letztendlich jedoch für unsere Gruppe zu einem Spitzenplatz reichen würde, sei dahingestellt.
Runde 6: SV Erkenschwick - Startrangliste 5 von 16
Beflügelt vom Erfolg der vorigen Runde empfingen unsere Schach-Enthusiasten die Delegation von SV Erkenschwick.
Der Erste, dem die Hand zum Sieg gereicht werden durfte, war Hugo - er stand zwar nach den ersten Zügen etwas ungünstiger, jedoch konnte der Gegner den Vorteil nicht nutzen, so dass Hugo mit seiner schachlichen Qualität das Spiel nach Hause bringen konnte (1:0). Etwas später mussten wir zwei ernüchternde Meldungen vernehmen: Sowohl Stepans als auch Jonas' hölzerne Kampftruppe wurden vom feindlichen Heer überrannt (1:2), was bedeutete, dass nun erneut um das Ergebnis der restlichen drei Tarraschler gebangt werden musste. Dummerweise erwiesen sich die Stellungen der Live-Bretter als nicht übermäßig positiv, sondern mäanderten um die magische Null mit der Tendenz zum Negativen. Je weiter der Abend voranschritt, desto eher wendete sich das Blatt zu unseren Gunsten. Einen stark herausgearbeitete Arbeitssieg fuhr Coco an Brett 4 ein, der nach starkem Kampf das Brett als Sieger verließ (2:2). Weitere bange Minuten vergingen, in denen Lisa und Arne noch mitten im Kampfgeschehen steckten - mittlerweile wurde uns von seiten der Turnierleitung angeraten, eine Essensration für die beiden beiseite zu legen, da der Uhrzeiger nahe an der 20 Uhr-Markierung (=Kantinenschluss) kratzte. Kurz nachdem wir eine Ration bereitgestellt hatten, erschien Lisa mit freudiger Miene: Sie konnte ihr Spiel durchziehen und ließ das Pendel wieder auf unsere Seite schwingen (3:2). Nach wenigen Augenblicken tauchte auch Arne auf, der seine von Beginn an um den "Nullpunkt" lavierende Partie mit einem Unentschieden beendete (3,5:2,5).
Die Freude über diese glückliche Wendung wurde nachfolgend im Speisesaal für die Ewigkeit festgehalten:
Der Abend endete mit einem Abstecher bei Lidl und bei sehr ausgelassener Stimmung im Zimmer unserer jungen Wilden (Coco, Hugo, Sany, Stepan), so dass bis nach Mitternacht Gelächter und Stimmengewirr in unserem Quartier zu hören waren.
30.12.2025:
Runde 7: Doppelbauer Kiel - Startrangliste 7 von 16
Jeder Aufenthalt in der Ferne ist irgenwann vorbei, und an diesem Tag war es leider soweit: Zusätzlich zur Morgenhektik stand die Organisation der Abreise auf der Agenda, die unseren Jungs etwas mehr Zeit aufnötigte. Dennoch gelang es, dass alle um 8:30 Uhr an den Brettern saßen, auch wenn Sany gerade so beim Schlag halb neun im Saal erschien.
Jetzt galt es, die allerletzten Kräfte zu mobilisieren. Lt. Hermanns WhatsApp-Nachricht, die er kurz nach Mitternacht einigen von uns hat zukommen lassen, würde sogar ein Remis reichen, um Deutschlands Krone zu erringen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf, kamen die ersten Züge aufs Spielfeld. Nach ca. 45 Min., als Alexander und Jonas das alles entscheidende Finale über die Livebretten verfolgten, konnten die beiden nicht allzu viel Gutes über die derzeitigen Stellungen berichten: Im besten Falle waren die Partien ausgeglichen, stellenweise mit der Tendenz zu unseren Ungunsten.
Das änderte sich glücklicherweise beständig, so dass die Stimmung immer besser wurde. Nachdem Alexander und Thomas, um den Kopf frei zubekommen, nach einem ca. einstündigen Spaziergang zurückgekehrt waren, standen die Zeichen schon vorsichtig auf Sieg: Hugo undStepan schienen den feindlichen König ziemlich zuzusetzen, und auch bei den "Mittelbrettern" (Coco an Brett 3 und Arne an Brett 5) gab es verhaltenen Grund zur Freude. Allein beim Spitzenbrett und bei Sany am anderen Ende der Staffel sah es nicht so rosig aus.
Hugo, der lt. Engine einen großen Vorteil eingefahren hatte und dabei war, seinem Gegenüber eine vernichtende Niederlage zu bereiten, beendete sein Spiel zum Ertaunen aller mit einem Remis (0,5:0,5). Seiner Aussage zufolge sah er, dass Arne und Coco in Gewinnstellung waren, so dass er sich dazu entschieden hatte, seine Partie mit Remis zu beenden. Nach weitern bangen Minuten erschien Stepan und vermeldete seinen Sieg (1,5:0,5). Arne stieß nach einer Viertelstunde ebenfalls mit einer Erfolgsmeldung zu uns (2,5:0,5). Und weil es so schön war, konnte auch Coco sein Spiel in unserem Sinn beenden (3,5:2,5). Mit diesem Zwischenergebnis war es amtlich: Wir sind Deutscher U20-Meister!!! Dass Lisa gegen FM Magnus Ermitsch und Sany ihr Spiel letzendlich abgeben mussten, tat dem großartigen Gefühl, das uns ein kleines Stück über dem Boden schweben ließ, keinen nennenswerten Abbruch.
Nachfolgend die Tabelle nach Runde 7 sowie die Einzelergebnisse unserer Helden:
Gerade sitzen wir im Zug nach Nürnberg und sind bester Laune. In Verden an der Aller stieß noch unser Altmeister Hermann dazu, der unser U12-Team auf der Deutschen begleitete. Es ist schon beachtlich, dass drei Mannschaften unseres Vereins - die Dritte war die U10 - es dieses Jahr in die Königsklasse geschafft haben. Welch Potenzial in unseren Reihen steckt, ist beachtlich und verdient höchsten Respekt.
Diese Tage in Rotenburg werden sich mit Sicherheit fest in unser Gedächtnis einbrennen.
Vielen Dank an Lisa, Arne, Coco, Hugo,Jonas, Sany und Stepan, natülich auch an Alexander, der unseren Schach-Begeisterten bei Bedarf für Rat und Tat zur Seite stand. Ihr seid wahre Helden!!!



